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Dim Sum – Die kantonesische Tradition: Sorten, Geschichte & Etikette

Dim Sum – Die kantonesische Tradition: Sorten, Geschichte & Etikette

Dim Sum sind die kleinen, gedämpften oder frittierten Häppchen aus Kanton – serviert in Bambuskörbchen, traditionell mittags zum Tee. Was wie ein Snack aussieht, ist eine über 1.000 Jahre alte Esskultur: Yum Cha – „Tee trinken mit Häppchen". Dieser Guide erklärt Geschichte, die wichtigsten Dim-Sum-Sorten, die richtige Etikette und wo du sie in Deutschland authentisch findest.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dim Sum?

Dim Sum (chinesisch: 點心, kantonesisch dim2 sam1, wörtlich „Herz berühren") ist die Sammelbezeichnung für kleine kantonesische Häppchen: gedämpfte Teigtaschen, frittierte Röllchen, gefüllte Bällchen, kleine Kuchen, alles in handlichen Portionen. Sie werden in Bambuskörbchen oder kleinen Schälchen serviert und sind dafür gedacht, mit mehreren Personen geteilt zu werden.

Die Bandbreite ist riesig: Es gibt über 1.000 verschiedene dokumentierte Dim-Sum-Sorten. Ein gutes Dim-Sum-Restaurant in Hongkong serviert 40–60 davon, ein kleineres Restaurant 15–25.

Geschichte aus Kanton

Dim Sum entwickelte sich entlang der alten Seidenstraße. Reisende brauchten unterwegs etwas Kleines zu essen mit ihrem Tee – Teehäuser begannen, Häppchen als „Beilage zum Tee" anzubieten. Das war ab der Tang-Dynastie (618–907) dokumentiert, voll ausgereift in der Song-Dynastie (960–1279) und perfektioniert ab dem 19. Jahrhundert in Guangzhou (Kanton) und später Hongkong.

Die kantonesische Tradition machte Dim Sum zum kulinarischen Statussymbol: gut gefertigte Häppchen sind eine Handwerkskunst, die Köche oft jahrzehntelang üben. Mehr zur kantonesischen Küche im vollständigen China-Küche-Guide.

Yum Cha – Die Tee-Tradition

Dim Sum wird traditionell nicht abends serviert. Die klassische Zeit ist vormittags zwischen 9 und 14 Uhr, oft kombiniert mit Familie oder Freunden – das ist Yum Cha (饮茶, „Tee trinken"). In Hongkong gehen ganze Familien sonntags morgens zum Yum Cha, mehrere Generationen am gleichen Tisch.

Der Tee ist nicht Beilage, sondern zentral. Verschiedene Tees passen zu verschiedenen Häppchen:

  • Pu Erh – kräftig, hilft bei fetten Häppchen (Frittiertes)

  • Oolong – ausgewogen, geht zu fast allem

  • Jasmin – mild, für Dampfdumplings

  • Chrysanthemen – kalt-ausgleichend nach scharfem Essen

Die wichtigsten Dim-Sum-Sorten

Es gibt klassische Kategorien – wer einmal alle probiert hat, kennt die Grundlagen der Kantonesischen Häppchen-Kunst:

Name (kantonesisch)Was es istGarmethode
Har GowGarnelen-Dumplings, halbtransparenter Teiggedämpft
Siu MaiOffene Teigtaschen mit Schwein und Garnelegedämpft
Char Siu BaoFluffige Hefebrötchen mit BBQ-Schweingedämpft
Cheung FunBreite Reisnudel-Rolle, oft mit Garnelengedämpft
Lo Mai GaiKlebreis im Lotusblatt gewickeltgedämpft
Wu GokKnusprige Taro-Bällchen mit Fleischfüllungfrittiert
FrühlingsrollenKnusprige Rollen mit Gemüse oder Fleischfrittiert
Egg TartSüßer Eierkuchen, portugiesisch beeinflusstgebacken
Mango-PuddingSüßes Dessertkalt

Die unverzichtbaren drei

Wer zum ersten Mal Dim Sum isst, sollte diese drei probieren:

  • Har Gow – das Maß aller Dinge. Der Teig sollte transparent dünn sein, mindestens 7 Falten haben, beim Reinbeißen sollten saftige Garnelen sichtbar werden. Wer Har Gow gut macht, ist ein guter Dim-Sum-Koch.

  • Siu Mai – das alltägliche Dim Sum, offen oben drauf mit etwas orangenem Krabbenrogen. Schweinefleisch sollte zart sein, Garnele knackig.

  • Char Siu Bao – der Brötchen-Klassiker. Außen schneeweiß und flauschig, innen die süß-würzige BBQ-Schwein-Füllung. Es gibt auch eine knusprige Variante (Pineapple Bun mit BBQ-Schwein).

Etikette beim Dim Sum

Yum Cha hat eigene Regeln, die in Hongkong und Guangzhou seit Generationen weitergegeben werden:

  • Tee einschenken: Nicht für sich selbst zuerst, immer für die anderen am Tisch.

  • Danke für Tee: Mit zwei Fingern (Zeige- und Mittelfinger) auf den Tisch klopfen – die „leise Verbeugung".

  • Wartelisten: Beliebte Dim-Sum-Häuser haben sonntags 1–2 Stunden Wartezeit. Bestellzettel werden am Tisch ausgefüllt, der Service holt die Bambuskörbchen.

  • Bambuskörbchen stapeln: Werden auf dem Tisch gestapelt, am Ende für die Rechnung gezählt.

  • Frittiert + Gedämpft + Süß: Eine ausgewogene Bestellung enthält je nach Tischgröße 6–10 Portionen aus verschiedenen Kategorien.

Dim Sum zu Hause machen?

Echte Dim Sum sind Handwerkskunst, die Übung braucht. Ein Har-Gow-Teig braucht die richtige Stärke-Mehl-Mischung (Weizenstärke und Tapiokastärke), der Teig wird mit kochendem Wasser angerührt und muss noch warm geformt werden – die berühmten 7 Falten zu schaffen, ist eine eigene Disziplin.

Realistische Optionen für zu Hause:

  • Tiefkühl-Dim-Sum: Aus dem Asia-Markt (Marken wie Synear, Welong) – durchaus passabel

  • Siu Mai aus Wantan-Teig: Wantan-Wrapper kaufen, mit Hack-Garnelen-Mix füllen, dämpfen

  • Char Siu Bao: Hefeteig +CHashew BBQ-Füllung – machbar mit Übung

  • Frühlingsrollen: Am einfachsten, kommt im Frühlingsrollen-Rezept-Artikel ausführlich

Mehr Grundlagen zum asiatischen Kochen im Asiatisch-kochen-Guide.

Dim Sum in Deutschland

Echte Dim-Sum-Häuser sind in Deutschland selten. Die besten Adressen liegen in den großen Städten mit aktiven chinesischen Communitys:

  • Frankfurt – Yu Garden, Yummi

  • München – Yulong Mandarin

  • Berlin – Long March Canteen, Goodtime

  • Hamburg – Restaurant Lan

  • Düsseldorf – Dim Sum Sing

In Mittelstädten ist Dim Sum schwierig zu finden – die Zubereitung ist zu spezialisiert, der Markt zu klein. Was es gibt: Vorspeisen, die in die Dim-Sum-Kategorie fallen (Frühlingsrollen, Wantan, gefüllte Teigtaschen). Mehr zu asiatischer Gastronomie im Vergleich der Großstädte im NRW-Asiatisch-Essen-Guide.

Dim Sum-Verwandte bei Chinglong in Blomberg

Echtes Dim Sum gibt es bei Chinglong nicht – das wäre eine eigene Küchen-Disziplin, die separate Spezialisierung verlangt. Was es aber gibt, sind enge Verwandte des Dim-Sum-Universums:

  • Frühlingsrolle (Nr. 6 / 7) – frittiertes Klassiker-Dim-Sum

  • Gebackene Wantan (Nr. 8) – knusprig frittiert mit süß-saurer Sauce

  • Wantan-Suppe (Nr. 2) – die klassische gedämpfte Wantan-Version

  • Krabbenchips (Nr. 9) – beliebte Beilage

  • Thai-Rolle & Zauberstäbchen (91/92) – Thai-Variante des Konzepts

Wer das volle Dim-Sum-Erlebnis sucht, fährt nach Bielefeld oder Düsseldorf. Wer einen schnellen, frischen Vorspeisen-Klassiker im Blomberg-Format will, ist bei Chinglong richtig.

Häufige Fragen zu Dim Sum

Wann isst man Dim Sum?

Klassisch vormittags bis frühem Nachmittag (9–14 Uhr). Yum Cha ist eine Tradition für Brunch und frühes Mittagessen, nicht für abends. In manchen großen Städten gibt es heute auch Abend-Dim-Sum, das ist aber eine Touristen-Anpassung.

Was bedeutet „Dim Sum" wörtlich?

„Herz berühren" oder „auf das Herz zielen" – ein kantonesischer Ausdruck für „etwas, das das Herz erfreut". Es bezeichnet die kleinen, sorgfältig zubereiteten Häppchen, die mit Liebe gemacht werden.

Was sind die berühmtesten Dim-Sum-Sorten?

Har Gow (Garnelen-Dumplings), Siu Mai (offene Schwein-Dumplings), Char Siu Bao (BBQ-Schwein-Brötchen), Cheung Fun (Reisnudel-Rolle) und Egg Tart (Eierkuchen). Diese 5 sind in jedem Dim-Sum-Restaurant zu finden.

Was ist der Unterschied zwischen Dim Sum und Wantan?

Wantan ist eine Art von Teigtaschen, oft in Suppe serviert. Dim Sum ist die gesamte Familie der kantonesischen Häppchen, zu der Wantan gehören – ebenso wie Har Gow, Siu Mai, Bao und Dutzende andere.

Ist Dim Sum gesund?

Gedämpfte Varianten ja – wenig Öl, viel Protein, kleine Portionen. Frittierte Sorten sind kalorienreicher. Wer auf Kalorien achtet, bestellt überwiegend gedämpft (Har Gow, Siu Mai, Cheung Fun) und nur einzelne frittierte Stücke.

Sind Dim Sum vegetarisch erhältlich?

Ja, in guten Dim-Sum-Häusern. Pilz-Dumplings, Gemüse-Bao, Tofu-Rollen sind klassisch. Die Hauptauswahl ist allerdings traditionell fleisch- und meeresfrüchte-lastig.

Wie viele Dim Sum bestellt man pro Person?

Faustregel: 3–4 Bambuskörbchen pro Person (jedes Körbchen hat 3–4 Stücke). Bei 4 Personen bestellt man also 12–16 Sorten – ideal, weil so jeder vieles probieren kann.

Was kostet Dim Sum in Deutschland?

Pro Bambuskörbchen 5–10 €, je nach Stadt und Komplexität. Ein gutes Yum-Cha-Erlebnis mit 4 Personen kostet 70–120 € inklusive Tee. In Hongkong viel günstiger (umgerechnet 20–40 €).

Kann man Dim Sum auch im Supermarkt kaufen?

Tiefgefroren ja – in Asia-Märkten gibt es ordentliche Varianten von Synear oder Welong. Im normalen Supermarkt selten. Tiefkühl-Dim-Sum bei mittlerer Hitze 10–12 Minuten dämpfen ergibt ein passables Ergebnis.

Weiterführende Artikel

Externe Quelle: Die Wikipedia-Seite zu Dim Sum bietet einen detaillierten historischen Überblick.


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