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Chop Suey – Die Geschichte des berühmtesten China-Gerichts

Chop Suey – die Geschichte des berühmtesten China-Gerichts

Chop Suey ist wohl das bekannteste und zugleich missverstandenste chinesische Gericht. Fast jedes China-Restaurant in Deutschland hat es auf der Karte – und doch hat es eine überraschende Geschichte: Chop Suey ist gar nicht traditionell chinesisch, sondern wurde im späten 19. Jahrhundert in den USA erfunden. Bei Chinglong in Blomberg gehört Chop Suey trotzdem fest zur Karte, weil es einfach lecker und vielseitig ist. Hier erfährst du alles über die wahre Herkunft, die Zutaten und warum dieses "chinesische" Gericht in China selbst kaum bekannt ist.

Was ist Chop Suey?

Chop Suey (chinesisch: 雜碎, kantonesisch "tsap sui") bedeutet wörtlich übersetzt "verschiedene Stücke" oder "gemischte Reste". Es ist ein Pfannengericht aus:

  • Fleisch (Schwein, Rind, Hühnchen oder Garnelen) oder Tofu

  • Gemüse: Bohnensprossen, Sellerie, Bambussprossen, Paprika, Karotten, Zwiebeln

  • Pilze (Champignons oder schwarze Pilze)

  • Sauce aus Sojasauce, Austernsauce, etwas Reiswein und Stärke zum Andicken

Serviert wird es mit Reis oder gebratenen Nudeln. Die typische Konsistenz ist saftig, aber nicht zu suppig – die Stärke gibt der Sauce ihre charakteristische glasige Bindung.

Die überraschende Herkunft

Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist Chop Suey kein authentisch chinesisches Gericht. Es entstand im späten 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten – genauer gesagt in San Francisco und New York, wo chinesische Einwanderer Restaurants betrieben.

Die Legende von Li Hongzhang

Eine populäre Legende besagt, dass der chinesische Staatsminister Li Hongzhang das Gericht 1896 bei seinem Besuch in New York populär gemacht haben soll. Während eines diplomatischen Empfangs habe sein Koch ein einfaches Gericht aus verfügbaren Zutaten zubereitet – Chop Suey war geboren.

Diese Geschichte ist allerdings größtenteils Mythos. Belege für die Existenz von Chop-Suey-ähnlichen Gerichten gibt es bereits Jahrzehnte vor Li Hongzhangs Besuch in den USA. Wahrscheinlicher ist die folgende Theorie:

Die Goldgräber-Theorie

Während des kalifornischen Goldrauschs der 1850er Jahre wanderten Tausende Chinesen in die USA aus – vor allem aus der Region Taishan in der Provinz Guangdong. Sie eröffneten Restaurants in den neuen amerikanischen Städten an der Westküste. Da viele Zutaten der echten chinesischen Küche dort nicht verfügbar waren, improvisierten sie mit lokalen Produkten.

Chop Suey entstand vermutlich genau aus dieser Situation: Was an Gemüse-Resten verfügbar war, wurde mit Fleisch und Sojasauce im Wok gebraten und serviert. Der Name "verschiedene Stücke" passt perfekt zu diesem Resteverwertungs-Charakter.

Boom durch die Goldgräber

Anfangs aßen vor allem chinesische Arbeiter Chop Suey. Doch durch die unzähligen chinesischen Restaurants in San Francisco's Chinatown breitete sich das Gericht schnell aus. Bald entdeckten auch amerikanische Gäste das günstige, sättigende Wok-Gericht für sich.

In den 1890er Jahren begann der erste echte Boom: Chop Suey wurde in New York zum Trend. In den 1920er und 1930er Jahren war es eines der beliebtesten Gerichte in amerikanischen Restaurants – auch außerhalb von Chinatown. Es gab eine eigene "Chop-Suey-Kultur" mit speziellen Restaurants, sogenannten "Chop Suey Houses".

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Chop Suey in der Popkultur

Das Gericht hat sogar einen festen Platz in der amerikanischen Kunst und Popkultur:

  • Edward Hopper malte 1929 das berühmte Bild "Chop Suey" – ein Cafe-Interieur, in dem zwei Frauen an einem Tisch sitzen, der Name "CHOP SUEY" leuchtet als Neon-Schild im Hintergrund

  • System of a Down veröffentlichten 2001 den Welthit "Chop Suey!", einer der meistgestreamten Rock-Songs überhaupt

  • Chop Suey war Symbol für den amerikanischen Aufstieg der chinesischen Diaspora und für die Assimilation chinesisch-amerikanischer Kultur

Die Rückwanderung nach China

Interessant: Während Chop Suey in den USA und später in Europa ein Klassiker wurde, war es in China selbst lange unbekannt. Erst durch westliche Touristen und durch chinesisch-amerikanische Wirte, die in China Restaurants eröffneten, kam Chop Suey ins Ursprungsland zurück.

Heute findet man Chop Suey in einigen chinesischen Restaurants, vor allem in touristisch geprägten Städten – aber es bleibt ein eher zweitrangiges Gericht. Authentische chinesische Restaurants in Peking oder Shanghai haben es selten auf der Karte.

Wie wird Chop Suey zubereitet?

Klassische Zutaten

  • 250 g Fleisch (Schwein, Hähnchen oder Rind), in dünne Streifen geschnitten

  • 200 g Bohnensprossen

  • 100 g Sellerie, in Streifen

  • 100 g Bambussprossen (aus der Dose)

  • 1 grüne und 1 rote Paprika, in Streifen

  • 2 Karotten, in Streifen

  • 1 Zwiebel, in Ringen

  • 100 g Champignons

  • 2 Knoblauchzehen

  • 2 EL Sojasauce

  • 1 EL Austernsauce

  • 1 EL Reiswein (Shaoxing)

  • 1 TL Sesamöl

  • 1 EL Speisestärke (aufgelöst in 2 EL Wasser)

  • Pflanzenöl zum Braten

Schritt-für-Schritt

  • Wok heiß werden lassen mit etwas Pflanzenöl

  • Fleisch anbraten – nur kurz, damit es saftig bleibt; beiseite stellen

  • Aromaten – Knoblauch und Zwiebel anbraten

  • Hartes Gemüse zuerst – Karotten, Sellerie, Paprika

  • Weiches Gemüse später – Pilze, Bambus

  • Fleisch zurück in den Wok

  • Saucen dazu – Sojasauce, Austernsauce, Reiswein

  • Sojasprossen ganz zum Schluss – sollen knackig bleiben

  • Stärke-Wasser einrühren zum Andicken

  • Mit Sesamöl beträufeln und sofort servieren

Gesamtzeit: etwa 8-10 Minuten Wok-Zeit, plus Vorbereitung.

Varianten von Chop Suey

American Chop Suey

In den USA hat sich auch eine Pasta-Variante entwickelt – mit Hackfleisch, Makkaroni und Tomatensauce. Das hat allerdings mit dem chinesischen Original nichts mehr zu tun.

Indo-chinesisches Chop Suey

In Indien gibt es ein eigenes Chop Suey – mit knusprig frittierten Nudeln on top, viel Knoblauch und scharfer Sauce. Eine Eigeninterpretation, die in Indien sehr beliebt ist.

Vegetarisches Chop Suey

Sehr beliebt – das Fleisch wird durch Tofu oder einfach mehr Gemüse ersetzt. Da Chop Suey ohnehin gemüselastig ist, funktioniert das hervorragend.

Chop Suey bei Chinglong in Blomberg

Bei Chinglong gibt es Chop Suey-Varianten mit verschiedenen Fleisch-Sorten – auch als beliebte Ente-Chop-Suey-Variante (Ente Chop Suey für 11,00 €). Mehr zur kompletten chinesischen Speisekarte unter China-Restaurant Blomberg.

FAQ – Chop Suey

Ist Chop Suey wirklich kein chinesisches Gericht?

Es wurde von chinesischen Einwanderern in den USA entwickelt, basierend auf südchinesischen (kantonesischen) Kochtechniken. In China selbst war es lange unbekannt und ist heute ein Re-Import aus dem Westen. Also: kulturell chinesisch-amerikanisch.

Wie unterscheidet sich Chop Suey von Chow Mein?

Chow Mein ist gebratene Eiernudeln mit ähnlichen Beilagen. Chop Suey ist eine Stir-Fry ohne Nudeln, serviert mit Reis. Beide haben kantonesische Wurzeln.

Ist Chop Suey gesund?

Ja, vergleichsweise gesund. Es enthält viel Gemüse, mageres Fleisch und wenig Fett. Die Sauce ist zwar salzig, aber in Maßen unproblematisch. Vegetarische Variante ist besonders kalorienarm.

Welche Sauce passt zu Chop Suey?

Klassisch wird Chop Suey in heller Sauce serviert. Manche Restaurants bieten auch dunklere Versionen mit mehr Sojasauce und Austernsauce.

Kann ich Chop Suey einfrieren?Lässt sich nicht ideal einfrieren – die Sojasprossen werden matschig. Wenn ja, dann ohne Sojasprossen und Reis separat aufbewahren.

Fazit

Chop Suey ist ein Stück chinesisch-amerikanischer Kulturgeschichte. Es entstand aus Improvisation, wurde zur Ikone der chinesischen Diaspora in den USA und reiste später um die Welt – bis nach Deutschland und nach Blomberg. Bei Chinglong ist Chop Suey ein beliebter Klassiker, der gerne mit Ente, Hähnchen oder Rindfleisch bestellt wird.

👉 Speisekarte · China-Restaurant Blomberg · Peking-Ente · Top 10 China-Gerichte


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